Berufsbildung

Im Schweizer Bildungssystem und in der Branche sorgen verschiedene Partner dafür, dass wirksame und zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung stehen. Die Organisationen der Arbeitswelt entwickeln die Inhalte der beruflichen Grundbildungen (Lehren), die Rahmenlehrpläne der Höheren Fachschulen sowie der eidgenössischen Berufsprüfungen und Höheren Fachprüfungen. Zu nennen sind etwa die Nationale Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) und die Schweizerische Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales (Savoirsocial). Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI erlässt und anerkennt die Abschlüsse. Und an den Betrieben ist es, die Aus- und Weiterbildungen umzusetzen, zusammen mit öffentlichen und privaten Schulen sowie Bildungsanbietern.

Organisationen der Arbeitswelt (OdA)

Vom Assistenten Gesundheit und Soziales bis zur diplomierten Institutionsleiterin: Die Berufsbildung in der Schweiz ist eine Aufgabe von Bund und Kantonen. Die drei Partner setzen sich für eine qualitativ hochstehende Berufsbildung ein. Die nationalen Dach-OdA entwickeln neue Bildungsangebote, definieren Bildungsinhalte und nationale Qualifikationsverfahren. Bei Fragen der Berufsbildung sind sie Ansprechpartner für die zuständigen nationalen Berufsbildungsbehörden: das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK sowie die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK. Die OdA erstellen zudem Berufsinformationen. Sie engagieren sich, um den Berufen in ihrem Einflussbereich Anerkennung, Wertschätzung und eine gebührende Stellung zu verschaffen.

Wenn es darum geht, die nationalen Vorgaben umzusetzen, kommen die kantonalen und regionalen OdAs zum Zug. Sie arbeiten dabei mit den kantonalen Berufsbildungsbehörden, den Berufsfachschulen und den Branchenverbänden zusammen. Die kantonalen und regionalen OdAs helfen mit, die Ausbildungen vor Ort auszugestalten. Sie informieren über die Berufe und betreiben in den Kantonen Marketing für sie. Aufgabe der einzelnen Betriebe wiederum ist es, Ausbildungsplätze anzubieten und den Lehrlingen und Auszubildenden Berufsqualifikationen zu vermitteln.

Die Interessen der Institutionen sind in den Dach-OdAs und Trägerschaften von eidgenössischen Prüfungen vertreten und zwar durch die Bildung von ARTISET. Sie wirkt mit in der OdASanté (Gesundheitsberufe), bei Savoirsocial (soziale Berufe) und in der OdA Hauswirtschaft (berufliche Grundbildungen der Hauswirtschaft). ARTISET bringt mit ihren Branchenverbänden CURAVIVA, INSOS und YOUVITA erarbeitete Positionen und Anliegen ein.

Im Auftrag der Branchenverbände und unterstützt durch Bildungskommissionen vertritt das Ressort Berufs- und Personalentwicklung die Interessen der Branche in den jeweiligen Verbänden und Gremien.

Als Mitglied der Dach-OdA nimmt ARTISET zudem Einsitz in deren Arbeitsgruppen und Kommissionen, so zum Beispiel in den Entwicklungskommissionen.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente

Links

OdASanté (Gesundheitsberufe)

Savoirsocial (soziale Berufe)

OdA Hauswirtschaft Schweiz

Berufsprüfungen und Höhere Fachprüfungen

Berufs- und Höhere Fachprüfungen sind Tertiärabschlüsse. Sie werden traditionellerweise von den Branchenverbänden getragen. Die Verbände verantworten Strategie und Finanzen. Zudem legen sie die Zulassungsbedingungen sowie die Kompetenzen für den erfolgreichen Abschluss fest. Eine Prüfungskommission und ein Prüfungssekretariat besorgen Organisation und Umsetzung der Prüfungen.

Berufsprüfungen eignen sich besonders für Personen mit einer beruflichen Grundbildung, die zusätzliches Wissen und Können erwerben wollen, ohne den Weg über eine Höhere Fachschule zu gehen. Die Berufsprüfungen führen zu einem eidgenössischen Fachausweis.

Höhere Fachprüfungen setzen meist einen Tertiärabschluss (Berufsprüfung oder Höhere Fachschule) und mehrere Jahre Berufserfahrung voraus. Die Höheren Fachprüfungen führen zu einem eidgenössischen Diplom.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente

Links

Bundesbeiträge für Kurse, die auf eidgenössische Prüfungen vorbereiten

Führungslehrgänge im Gesundheits- und Sozialbereich

Weiterbildungsangebote

Führungslehrgänge im Gesundheits- und Sozialbereich

Bildungswege in der Langzeitpflege

Abschlusskompetenzen

Die Überführung der Pflegeberufe in die Eidgenössische Bildungssystematik, die neuen Berufsabschlüsse und die Positionierung von altrechtlichen Abschlüssen werfen Fragen auf.

Einordnung der verschiedenen Berufe

Eidgenössisch reglementierte Berufe im Heim

Wer darf welchen Titel tragen - Fähigkeitszeugnisse

Wer darf welchen Titel tragen - HF/FH

Aufgabenzuteilung medizintechnischer Verrichtungen

Pflege und Betreuung: Medizintechnische Verrichtungen (Berufe Sekundarstufe II)

Kompetenzerweiterung

Rechtliche Grauzone

Einfache Wunden behandeln, Medikamente verabreichen oder subcutane Injektionen setzen: Einige Betriebe übertragen medizinaltechnische Verrichtungen Mitarbeitenden, die dafür rein formal nicht qualifiziert sind. Es handelt sich in der Regel um bewährte Mitarbeitende, deren Kompetenzen erweitert werden. Weil sie solche Pflegehandlungen nicht im Rahmen einer reglementierten Ausbildung erlernt haben, absolvieren viele von ihnen vorab Fachkurse. Bei der Kompetenzerweiterung bewegen sich Betriebe in einer rechtlichen Grauzone.

Haltung ARTISET

ARTISET vertritt folgende Haltung: Mitarbeitende müssen im Rahmen der Kompetenzen eingesetzt werden, die sie in reglementierten Ausbildungen erworben haben. Die Rechtslage ist hier eindeutig.

  1. Das Delegieren und Ausführen von medizinaltechnischen Verrichtungen, die nicht in einer reglementierten Ausbildung erlernt wurden, ist illegal. Institutionen, die sich lediglich auf Weiterbildungskurse abstützen, bewegen sich in einem rechtlichen Graubereich, auch wenn die Weiterbildung in einem Fachkurs bei einem Bildungsanbieter absolviert wird. Und auch dann, wenn die Kompetenzerweiterung mit flankierenden Massnahmen begleitet wird.
  2. Bereichsleitungen sind verantwortlich für die Kompetenzvergabe. Verhält sich die Bereichsleitung nicht gesetzeskonform, haftet die Institutionsleitung oder die Trägerschaft.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente