Fachkräfte

Die Mitarbeitenden in den Institutionen sind zentral für die Qualität von Pflege, Betreuung und Begleitung. ARTISET und ihre Branchenverbände setzen sich dafür ein, dass Dienstleister für Menschen mit Unterstützungsbedarf jederzeit auf genügende und geeignet qualifizierte Fachkräfte zählen können.

Einflussfaktoren und Ansatzpunkte

Vielfältige Faktoren beeinflussen und bestimmen die Arbeitsmarktsituation. ARTISET und ihre Branchenverbände CURAVIVA, INSOS und YOUVITA wirken gezielt auf die Faktoren ein, die angesichts des Fachkräftemangels auf institutioneller und politischer Ebene zu verändern sind.

Indikatoren für den Fachkräftemangel sind:

  • eine ungenügende Anzahl Ausbildungsabschlüsse pro Jahr und entsprechend viele Rekrutierungen aus dem Ausland.
  • unbesetzte Stellen, auch infolge kurzer Verweildauer im Betrieb oder vorzeitiger Austritte.
  • Anstellung von Personal, das nicht über die gewünschten Qualifikationen verfügt. 

Position der Föderation

  • Die Leistungen der Dienstleister für Menschen mit Unterstützungsbedarf müssen so ausfinanziert sein, dass die erforderliche Qualität garantiert und die rechtlichen Vorgaben sowie die fachlichen Anforderungen eingehalten werden können. Dafür müssen der Einsatz von genügendem Personal und eine adäquate Entlöhnung sichergestellt sein.
  • Damit die Institutionen auf dem Arbeitsmarkt mithalten können, benötigt es geeignete Rahmenbedingen.
  • Die Branchen, respektive die Betriebe müssen ihre Fachkräfte selbst ausbilden. Dazu müssen sie attraktive Ausbildungsplätze, Entwicklungsmöglichkeiten und Laufbahnen bieten sowie über genügend und gut qualifizierte Praxisausbildner:innen verfügen.
  • Die Ausbildungen und die Kompetenzen des Personals müssen mit der Transformation der Branche Schritt halten.
  • Es braucht faire Lohnsysteme und gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
    (Arbeits-Funktionsanalysen, Lohnvergleiche zwischen Berufsgruppen).
  • Es braucht effiziente und moderne Organisations- und Führungsmodelle.
  • Es braucht politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die die Berufsausübung fördern und attraktiv machen (KITAS, Steuersysteme).
  • Die Chancen und die Vorteile der Ausbildung und der Arbeit bei Dienstleistern für Menschen mit Unterstützungsbedarf sind gegenüber der Öffentlichkeit stärker zu kommunizieren.
  • Um die Probleme und Herausforderungen identifizieren und nachhaltige Massnahmen ergreifen zu können, braucht es Fakten und Daten. Diese müssen gezielt erhoben werden mit der Vor-gabe, dass den Betrieben möglichst wenig zusätzlicher Aufwand entsteht. Es soll nur erfasst wer-den, was für die Steuerung und Planung von Massnahmen notwendig ist.

Laufende Projekte

TAGUNG | Lösungsansätze für die Personalrekrutierung und -erhaltung werden entwickelt.

Eine Veranstaltung für die Mitglieder von CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.

Zeitpunkt: 23. Juni 2023
Kontakt: fabienne.pauchard@artiset.chmariette.zurbriggen@artiset.ch


Führungskräfte und Personalverantwortliche in Institutionen sehen sich vor folgende Herausforderungen gestellt: Wie lassen sich Personalrekrutierung und Personalerhalt erfolgreich gestalten?  

ARTISET organisiert eine Tagung zur Thematik. In zwei Keynotes und vertiefenden Parallelsessions werden innovative Modelle, Instrumente und Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt. Dabei handelt sich um konkrete, machbare und motivierende Lösungsansätze, um Führungskräften Ressourcen aufzuzeigen und wie diese zur Verfügung gestellt werden können.

Programm und Anmeldemöglichkeit für die Tagung in Bern stehen ab April 2023 zur Verfügung.

FACHWISSEN | sozialeberufe.ch: Informationsportal für Berufsinteressierte wird lanciert.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.

Zeitrahmen: 1. Quartal 2023
Kontakt: sandra.picceni@artiset.ch


Um die Qualität in der Betreuung hochzuhalten, benötigt der Sozialbereich gut ausgebildetes Personal. Dies bedingt attraktive Berufsprofile, sodass genügend Personen eine entsprechende Ausbildung in Angriff nehmen und danach tatsächlich ins Berufsfeld einsteigen und verbleiben möchten. ARTISET wirkt in der Steuergruppe mit von SAVOIRSOCIAL mit dem Ziel, ein Informationsportals für das Berufsmarketing mit attraktiven Beschreibungen zu den Berufsabschlüssen der Branche zu entwickeln. Das Portal richtet sich an potenzielle Absolvent:innen, Berufsbildner:innen und Führungskräfte.

Auch zeigt das Portal auf, wo weitere Informationen für einen Einstieg in den Sozialbereich zu finden sind. Kantonale und regionale Organisationen der Arbeitswelt Soziales können zudem eigene, spezifische Informationen aufschalten.

Weitere Informationen zum Projekt

INSTRUMENT | Monitoring der Personalsituation über die «Plattform Gesundheitsberufe» wird initiiert.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA und INSOS.

Zeitrahmen: 2023 (Entscheid)
Kontakt: monika.weder@artiset.ch


Mit der «Plattform Gesundheitsberufe» bietet der Bund ein Austauschgefäss für Vertretende des BAG, SECO, der GDK sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus dem Gesundheitsbereich. ARTISET vertritt die Anliegen der Branchenverbände CURAVIVA und INSOS in der Plattform und wirkt spezifisch in der Kerngruppe «Projekt Monitoring» mit: Dieses Projekt beabsichtigt ein nationales Monitoring zur Situation des Pflegepersonals, um besser planen und steuern zu können. Die Umsetzung wird durch den nationalen Gesundheitsdialog (Bund und GDK) geprüft – ein Entscheid ist in den nächsten Monaten zu erwarten.

ARTISET würde die Entwicklung eines Monitorings begrüssen und setzt sich dafür ein, dass dabei nur Indikatoren erhoben werden, die eine nachgewiesene Wirkung auf die Fachkräftesituation haben und für die Betriebe möglichst wenig Zusatzaufwand generieren. Die Daten aus dem Monitoring könnten gleichzeitig zur Evaluation der Pflegeinitiative verwendet werden.

INSTRUMENT | Fachkräfte setzen die UN-KRK mit dem «Kinderrechte-Navigator» vertieft um.

Ein Projekt für die Mitglieder von YOUVITA.

Zeitrahmen: 3. Quartal 2024
Kontakt: rahel.jakovina@artiset.ch


Der «Kinderrechte-Navigator» fasst Kinderrechte in Hauptdimensionen zusammen und vermittelt Fachpersonen grundlegende Kompetenzen für die Umsetzung. Dabei handelt es sich nicht nur um fachliche Fähigkeiten für die Praxis. sondern auch um Haltungsfragen und Wissenstransfer. Der Kinderrechte-Navigator stellt zudem eine breite Palette an Hilfsmitteln zur Verfügung, die Auszubildende sowie Fachpersonen bei Umsetzung der UN-KRK im Betreuungsalltag unterstützen. Der Kinderrechte-Navigator wird als Online-Tool in Deutsch, Französisch und Italienisch umgesetzt.

STUDIE | SCOHPICA: Studie zu Laufbahnverhalten von Gesundheitspersonal wird durchgeführt.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA und INSOS.

Zeitrahmen: 2022 / 2023
Kontakt: fabienne.pauchard@artiset.ch


Die SCOHPICA-Umfrage schafft eine nationale Kohorte, um die Laufbahnen der Teilnehmenden aller Gesundheitsberufe über mehrere Jahre zu verfolgen. In einem zweiten Schritt wird sie auf die betreuenden Angehörigen ausgeweitet. Das Projekt wird von Unisanté und dem Institut et Haute École de la Santé La Source durchgeführt.

Ziel ist ein besseres Verständnis der Hindernisse für das Wohlbefinden der Fachleute und für ihren Verbleib im Beruf, um anschliessend konkrete Ansätze für deren Überwindung zu ermitteln. Die gesammelten Informationen sollen der Sicherstellung einer effizienten Politik, eines leistungsfähigen Managements und einer hochwertigen Pflege dienen. Die Resultate sind sowohl den Geschäftsleitungen der Institutionen als auch den Kantonal- und Dachverbänden sowie den kantonalen und eidgenössischen Behörden von Nutzen.

ARTISET ist in der Begleitgruppe aktiv und setzt sich dafür ein, dass die Situation der Branche gut abgebildet wird und die Umfrage zu Resultaten führt, die für die Entwicklung von geeigneten Massnahmen verwendet werden können.

Weitere Informationen zum Projekt

STUDIE | Die Fachkräftestudie «Soziale Berufe» von SAVOIRSOCIAL wird neu aufgelegt.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.

Zeitrahmen: 2023
Kontakt: sandra.picceni@artiset.ch


Die erste Fachkräftestudie von SAVOIRSOCIAL stammt aus dem Jahr 2016. Die Fachkräftesituation hat sich seither allerdings massgeblich verändert. Um strategische Entscheidungen in der Berufsbildung des Sozialbereichs zu fällen, benötigt es eine aktuelle, evidenzbasierte Grundlage. Der Vorstand von SAVOIRSOCIAL hat deshalb eine Neuauflage der Fachkräftestudie beschlossen. ARTISET unterstützt bei diesem Projekt und setzt sich dafür ein, dass zentrale Fragestellungen von Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf in das Erhebungsdesign einfliessen.

SYSTEM | Das Qualifikationsverfahren Fachfrau/-mann Gesundheit FaGe wird vereinfacht.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA und INSOS.

Zeitrahmen: 2022 – 2026
Kontakt: claudia.kubli@artiset.ch 


Bildungsverordnung und -plan werden mindestens alle 5 Jahre überprüft. Seit 2022 läuft die Evaluation der Grundlagen zur Ausbildung FaGe. Bereits im Vorfeld wurde bei der FaGe Handlungsbedarf im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung festgestellt – der Ressourcenaufwand soll verhältnismässiger gestaltet und Dokumentation sowie Ausbildungsinstrumente müssen vereinfacht werden.

ARTISET setzt sich dafür ein, dass die in Bildungsverordnung und -plan definierten Kompetenzen den künftigen Herausforderungen der Branche angepasst werden und das Qualifikationsverfahren vereinfacht wird.

SYSTEM | Positionierung Höherer Fachschulen (HF) wird optimiert.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.

Zeitrahmen: 2023
Kontakt: monika.weder@artiset.ch


Im Rahmen dieses Projekts werden die nationale und internationale Verankerung und Stellung der Höheren Fachschulen evaluiert. Dabei wird das System gesamtheitlich überprüft, unter anderem Governance, Prozesse, Image und Finanzierung. Basierend auf den Ergebnissen werden Massnahmen umgesetzt.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist Projektträgerin, die Kantone und Organisationen der Arbeitswelt (OdA) wirken als Verbundspartner mit. ARTISET bringt bei der Gruppe der OdAs das Arbeitgeberanliegen der Branche ein: Eine bessere Finanzierung der HF-Lehrgänge.

Weitere Informationen zum Projekt

KAMPAGNE | Kampagne «Karriere machen als Mensch» bewirbt Pflegeberufe der Langzeitpflege.

Ein Projekt für die Mitglieder von CURAVIVA und INSOS.

Zeitrahmen: 2019 – 2023
Kontakt: theres.gotsch@artiset.ch


Die Lebenserwartung in der Schweiz steigt weiter an. Dies bedeutet, dass mehr Fachpersonal in der Langzeitpflege benötigt wird. Die Kampagne hat zum Ziel, der Öffentlichkeit die Vorteile und Möglichkeiten der vielfältigen Pflegeberufe (Tertiärstufe) und Karrieren in der Langzeitpflege aufzuzeigen. Zielgruppen sind Schulabgänger:innen der Sekundarstufe I und II, Absolvent:innen mit einem Berufsabschluss Gesundheit-Soziales auf Sekundarstufe II sowie Quer- und Wiedereinsteigende.

Die Trägerschaft besteht aus den Branchenorganisationen ARTISET, Spitex Schweiz und OdASanté. Sie wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt

Aktuelle politische Dossiers

Der demographische Wandel stellt die Langzeitpflege und -betreuung vor grosse Herausforderungen und verlangt jetzt nach Lösungen für die Sicherstellung der mittelfristigen Versorgung und den bedarfsorientierten Einsatz von Fachkräften. Er nimmt keine Rücksicht auf langandauernde politische Auseinandersetzungen und Verteilkämpfe. ARTISET setzt sich konsequent für die Versorgungssicherheit und die Milderung des Fachkräftemangels in der Langzeitpflege und -betreuung ein.

Umsetzung Pflegeinitiative

ARTISET unterstützt die Ausbildungsoffensive als 1. Paket zur Umsetzung der Pflegeinitiative. Das Paket 1 entspricht dem indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative und verfolgt das Ziel die Zahl der Berufsabschlüsse von Fachkräften stark zu erhöhen. Der Ständerat hat das Bundesgesetz zur Ausbildungsoffensive in der Herbstsession 2022 einstimmig und ohne Anpassungen angenommen. In der Wintersession diskutiert der Nationalrat die Vorlage. Die Umsetzung findet in erster Linie auf kantonaler Ebene statt. Deshalb engagieren sich die Kollektivmitglieder von CURAVIVA, dass die Kantone die Ausbildungsoffensive mit finanzieller Unterstützung des Bundes auch tatkräftig verwirklichen.

Das 2. Paket zur Umsetzung der Pflegeinitiative stellt für ARTISET und ihren Branchenverband CURAVIVA ebenfalls einen Schwerpunkt dar. Im Fokus stehen die «angemessene Abgeltung der Pflegeleistungen» und «anforderungsgerechte Arbeitsbedingungen» für die Fachkräfte im Bereich der Langzeitpflege und -betreuung. Für die adäquate Finanzierung der Unterstützungsleistungen sind der Bund über die OKP-Beiträge und die Kantone als Restfinanzierer gefragt. Im Bereich der Arbeitsbedingungen stehen die Leistungserbringer und die Leistungsbesteller in der Pflicht. Die Kantone müssen die notwendige, finanzielle Basis garantieren, die Leistungserbringer setzen sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein, damit die Quote der Berufsaussteiger:innen zurückgeht.

Integrierter Ansatz in der Gesundheitsversorgung

Sowohl EFAS, die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen, mit gestaffeltem Einbezug der Langzeitpflege und -betreuung wie auch die adäquate Abgeltung der Pflege- und Betreuungsleistungen im Bereich von Palliative Care und Demenz stellen richtungsweisende Projekte gegen Über- und Unterversorgung im medizinischen und pflegerischen Bereich dar. Sie sind Bestandteile einer fairen und bedarfsorientierten Gesundheitsversorgung und Voraussetzung für die Entspannung des akuten Fachkräftemangels im Bereich der Langzeitpflege und -betreuung.

Neue Ansätze in Pflege und Betreuung

Intermediäre Strukturen stellen ein Optimierungspotenzial innerhalb der Langzeitpflege und -betreuung dar. Diese Angebotserweiterung gilt es, konsequent zu nutzen. Zu diesem Zweck müssen nicht nur die Grundlagen geschaffen werden, damit Ergänzungsleistungen auch bei der Finanzierung des betreuten Wohnens herangezogen werden können, sondern es sind auch Modelle zu entwerfen, wie personelle Ressourcen auf freiwilliger Basis genutzt werden können (Community Care).

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